Aktuelle Entwicklungsdiagnostik direkt in die Versorgung bringen
MFED 1–4: Wissenstransfer für Kliniken und kinderärztliche Praxen
Wie wir helfen
Je früher Entwicklungsauffälligkeiten bei einem Kind erkannt und richtig eingeordnet werden, desto früher können passende Unterstützung und Förderung beginnen.
Dafür benötigen Fachkräfte diagnostische Verfahren, die dem aktuellen Stand der Forschung entsprechen und sich sicher im Versorgungsalltag anwenden lassen.
Mit der vollständig überarbeiteten und neu normierten Münchener Funktionellen Entwicklungsdiagnostik für das erste bis vierte Lebensjahr – kurz MFED 1–4 – steht ein modernes, standardisiertes Verfahren zur Verfügung, mit dem die Entwicklung junger Kinder differenziert eingeschätzt werden kann. Die Theodor-Hellbrügge-Stiftung unterstützt den Transfer dieses wissenschaftlich fundierten Instruments in die Praxis.
In praxisorientierten Fortbildungen lernen Fachkräfte, die MFED 1–4 fachlich sicher durchzuführen, strukturiert auszuwerten und klinisch zu interpretieren. Dabei geht es nicht allein um die Anwendung eines Tests: Die Ergebnisse sollen dabei helfen, Entwicklungsstärken und mögliche Entwicklungsrückstände frühzeitig zu erkennen, einen Therapie- oder Förderbedarf fundiert zu begründen und gemeinsam mit den Familien geeignete nächste Schritte einzuleiten.
So gelangt aktuelle Forschung unmittelbar dorthin, wo sie Wirkung entfalten kann: in Kinderkliniken, Sozialpädiatrische Zentren, Frühförderstellen sowie kinderärztliche, psychologische und therapeutische Praxen.
Hintergrund
Einblicke in die Entstehung und Zielsetzung des Projektes
Warum das Förderprojekt ins Leben gerufen wurde, welche gesellschaftlichen Herausforderungen es adressiert
und welche Wirkung es erzielen soll.
Die Situation
Die ersten Lebensjahre sind eine besonders sensible Phase der kindlichen Entwicklung. Entwicklungsverläufe können sehr unterschiedlich sein, und mögliche
Auffälligkeiten sind gerade bei Säuglingen und Kleinkindern nicht immer eindeutig zu erkennen. Gleichzeitig sind frühe diagnostische Entscheidungen von großer Bedeutung: Sie beeinflussen, ob ein Kind rechtzeitig weiterführend untersucht, therapeutisch begleitet oder gezielt gefördert wird.
Für eine verlässliche Beurteilung benötigen Fachkräfte standardisierte Verfahren mit aktuellen Vergleichsdaten. Ältere Normen können gesellschaftliche und entwicklungsbezogene Veränderungen nur eingeschränkt abbilden. Die MFED 1–4 wurde deshalb grundlegend überarbeitet und auf Basis einer bundesweiten Untersuchung von 3.126 Kindern im Alter von null bis 47 Monaten neu normiert.
Doch ein wissenschaftlich entwickeltes Verfahren verbessert die Versorgung nicht automatisch. Seine Wirkung entsteht erst, wenn Fachkräfte die neuen Erkenntnisse kennen, das Instrument standardisiert anwenden und die Ergebnisse fachlich sicher in konkrete Empfehlungen übersetzen können. Genau hier setzt das Projekt an.
Das Ziel
Unser Ziel ist es, die Verbindung zwischen aktueller Forschung und der täglichen Versorgung von Kindern zu stärken. Fachkräfte sollen die MFED 1–4 sicher und verantwortungsvoll einsetzen und die diagnostischen Ergebnisse differenziert beurteilen können.
Dadurch möchten wir Entwicklungsauffälligkeiten früher erkennbar machen, diagnostische Entscheidungen verbessern und die Planung individueller Therapie- und Fördermaßnahmen unterstützen. Eltern sollen verständliche Orientierung
erhalten und schneller Zugang zu den Hilfen finden, die ihr Kind tatsächlich benötigt.
Langfristig trägt der Wissenstransfer dazu bei, die Qualität der frühkindlichen
Entwicklungsdiagnostik über einzelne Einrichtungen hinaus zu stärken. Die
geschulten Fachkräfte bringen das erworbene Wissen unmittelbar in ihre Kliniken und Praxen ein und wirken dort als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.
Unsere Strategie
Wir verbinden wissenschaftliche Weiterentwicklung mit konsequentem Praxistransfer.
Die neu normierte MFED 1–4 bildet die aktuelle wissenschaftliche Grundlage. Darauf aufbauende Fortbildungen vermitteln die standardisierte Durchführung, die strukturierte Auswertung und die klinische Interpretation der Ergebnisse.
Anhand konkreter Testaufgaben und praxisnaher Fallbeispiele beschäftigen sich die Teilnehmenden unter anderem mit dem geeigneten Testeinstieg, der
Altersberechnung und Alterskorrektur, den Kriterien für die Durchführung sowie der Ermittlung und Interpretation der Ergebniswerte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie aus den diagnostischen Befunden fachlich begründete Therapie- und Förderziele abgeleitet werden können.
Dieser direkte Transfer macht Forschung praktisch wirksam: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse bleiben nicht in Publikationen oder Forschungsinstituten, sondern werden Teil konkreter Untersuchungs- und Behandlungsentscheidungen. Davon profitieren Fachkräfte durch größere diagnostische Sicherheit, Familien durch mehr Klarheit und Kinder durch frühere, passgenauere Unterstützung.
Helfen Sie uns dabei,
Gesundheit und Teilhabe
von Kindern zu fördern.
Informieren Sie sich hier über Möglichkeiten der Unterstützung oder spenden Sie ganz einfach online.
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