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Diego Herrera Carcedo: Bilder, die hinschauen

Der spanische Fotojournalist dokumentiert soziale Konflikte weltweit und macht über das Huggy-Puppy-Projekt der Theodor-Hellbrügge-Stiftung die Situation traumatisierter Kinder in Odessa sichtbar.

Krieg wird häufig in politischen Analysen, militärischen Entwicklungen und Zahlen beschrieben. Doch was Krieg für einzelne Menschen bedeutet, wird oft erst durch journalistische Bilder und persönliche Reportagen sichtbar. Der spanische Fotojournalist, Dokumentarfotograf und Videograf Diego Herrera Carcedo richtet seinen Blick genau dorthin: auf Menschen, deren Leben durch Krieg, Flucht, gesellschaftliche Spannungen und humanitäre Krisen geprägt ist.

Seine Arbeit führt ihn in Regionen, in denen Konflikte nicht abstrakt bleiben, sondern den Alltag von Familien, Kindern und Gemeinschaften bestimmen. In seinem Portfolio nimmt die Ukraine eine besondere Rolle ein, mit Arbeiten zur russischen Invasion der Ukraine und zum Krieg im Donbass. Über das Huggy-Puppy-Projekt in Odessa entsteht eine direkte Verbindung zur Theodor-Hellbrügge-Stiftung: In Odessa unterstützt die Stiftung ein wissenschaftlich begleitetes, niedrigschwelliges traumatherapeutisches Angebot für Kinder, die durch Krieg, Angst und anhaltende Unsicherheit belastet sind. Diego Herrera Carcedo hat das Therapiezentrum für traumatisierte Kinder in Odessa besucht und die Arbeit vor Ort journalistisch begleitet.

Weitere Informationen zum Huggy-Puppy-Projekt und zur konkreten Arbeit in Odessa finden Sie auf der Projektseite der Theodor-Hellbrügge-Stiftung:
https://hellbrueggestiftung.de/projekt/traumatherapie-fur-kinder-in-der-ukraine/

Ein Blick auf Menschen in Konfliktregionen

Diego Herrera Carcedo arbeitet als freier Fotojournalist, Dokumentarfotograf und Videograf. Seine Arbeit konzentriert sich auf soziale Konflikte weltweit und führt ihn an Orte, an denen Krieg, Flucht, gesellschaftliche Spannungen und humanitäre Krisen das Leben von Menschen prägen.

Fotografische Erfahrungen sammelte er unter anderem in Spanien, Serbien, Bosnien, Griechenland, Moldau, der Ukraine und Armenien. Im Mittelpunkt seiner Reportagen stehen dabei nicht allein politische Ereignisse oder militärische Entwicklungen, sondern die Menschen, die von diesen Konflikten betroffen sind.

Herrera dokumentiert Lebensrealitäten: Menschen auf der Flucht, Zivilistinnen und Zivilisten im Krieg, Minderheiten, Protestbewegungen und Gemeinschaften, deren Alltag von Unsicherheit und Veränderung geprägt ist. Seine Bilder zeigen, wie soziale und politische Konflikte in das Leben einzelner Menschen eingreifen.

Journalismus von und für Menschen

Ein zentrales Merkmal seiner Arbeit ist der empathische Zugang zu den Menschen, über die er berichtet. Herrera beschreibt Empathie als eine wichtige Voraussetzung guter Reportagen. Besonders in der Arbeit mit vulnerablen Menschen sucht er einen Zugang, der von Respekt, Nähe und Verständnis geprägt ist.

Sein journalistisches Selbstverständnis bringt er mit dem Gedanken eines Journalismus „von und für Menschen“ auf den Punkt. Damit steht nicht die Sensation im Vordergrund, sondern das Sichtbarmachen von Lebensrealitäten, die sonst leicht übersehen werden.

Auch ein weiterer Gedanke beschreibt seine Haltung: Ein Foto könne die Ungerechtigkeiten der Welt nicht unmittelbar verändern, aber es könne die Sichtweise einzelner Menschen verändern. Genau darin liegt die Kraft seiner fotografischen Arbeit: Sie dokumentiert, macht aufmerksam und eröffnet neue Perspektiven.

Die Ukraine als zentraler Bezugspunkt seiner Arbeit

Die Ukraine nimmt in Diego Herrera Carcedos Arbeit eine besondere Rolle ein. Zu seinem Portfolio gehören unter anderem Projekte zur russischen Invasion der Ukraine sowie zum Krieg im Donbass. Auch mehrere Ausstellungen und Vorträge widmeten sich dem Krieg in der Ukraine, darunter Arbeiten unter dem Titel „Ukraine, the last war in Europe“.

In seinen Ukraine-Arbeiten richtet Herrera den Blick auf Menschen, deren Alltag durch Krieg, Gewalt und Unsicherheit geprägt ist. Im Mittelpunkt stehen nicht allein militärische Entwicklungen, sondern die Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung.

Nominiert für den Lucas Dolega-SAIF Photo Prize

Aktuell ist Diego Herrera Carcedo im Rahmen der 2026 RSF Press Freedom Awards von Reporters Without Borders / Reporter ohne Grenzen für den Lucas Dolega-SAIF Photo Prize nominiert. Der Fotopreis ist eine von fünf Kategorien der RSF Press Freedom Awards und wurde 2023 in die Auszeichnung aufgenommen. Die Preisverleihung findet am 1. Juni 2026 im Palais du Pharo in Marseille im Rahmen des 77th World News Media Congress statt.

Herrera ist mit seiner Serie „Donbass, Bleeding Behind the Slagheaps“ nominiert, die in der Ukraine in den Jahren 2025–2026 entstanden ist. Darin porträtiert er das Leben von Zivilistinnen und Zivilisten im Donbass, die seit der erneuten Intensivierung der Kämpfe mit Bombardierungen, Flucht und zunehmenden Angriffen, insbesondere Drohnenangriffen auf Städte wie Kostiantynivka, Druzhkivka und Sloviansk, konfrontiert sind.

Die Nominierung verleiht seiner Ukraine-Berichterstattung zusätzliche internationale Sichtbarkeit. Sie zeigt, dass seine fotojournalistische Arbeit nicht nur dokumentarisch, sondern auch im Kontext von Pressefreiheit und unabhängiger Berichterstattung wahrgenommen wird.

Voraussichtliche erneute Reise in die Ukraine im Juni 2026

Im Juni reist Diego Herrera Carcedo voraussichtlich erneut in die Ukraine. Die Reise knüpft an seine bisherige journalistische Arbeit in der Region und seine Begleitung des Huggy-Puppy-Projekts an. Dabei soll erneut die Situation von Familien und Kindern sichtbar werden, deren Alltag vom Krieg geprägt ist.

Gerade weil die öffentliche Aufmerksamkeit für den Krieg immer wieder nachzulassen droht, bleibt journalistische Dokumentation wichtig. Sie macht sichtbar, wie tief der Krieg in das Leben der Zivilbevölkerung eingreift und warum Unterstützung für besonders vulnerable Gruppen weiterhin notwendig ist.

Herreras Arbeit kann dazu beitragen, die Situation traumatisierter Kinder und ihrer Familien in der Ukraine nachvollziehbar zu machen, sensibel, konkret und nah an den Menschen.

 

Mehr erfahren

Weitere Informationen über Diego Herrera Carcedo, seine journalistische Arbeit und seine bisherigen Projekte finden Sie auf seiner Website:
https://www.diegoherrera.es/about-me/

Informationen zu seiner Nominierung für die 2026 Press Freedom Awards von Reporters Without Borders / Reporter ohne Grenzen finden Sie hier:
https://rsf.org/en/2026-rsf-prize-laureates-be-announced-77th-world-news-media-congress-1-june-marseille-france

Mehr zum Huggy-Puppy-Projekt der Theodor-Hellbrügge- Stiftung: https://hellbrueggestiftung.de/projekt/traumatherapie-fur-kinder-in-der-ukraine/

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