Zur Kritik An Maria Montessori Und Zur Konzeptionellen Ausrichtung Der Pädagogischen Angebote Der Theodor-Hellbrügge-Stiftung

In ihrem Buch „Die langen Schatten der Maria Montessoris“ (erschienen 2024 im Beltz Verlag), besprochen z.B. in der NZZ vom 16.02.2024 und im Deutschlandfunk am 23.01.2024, wirft Sabine Seichter Maria Montessori eugenische und rassistische Denkweisen sowie enge Verquickungen mit dem Faschismus vor. Die Hellbrügge-Stiftung beteiligt sich an den Diskussionen um die historische Person Maria Montessoris nicht, im Vordergrund steht für den Vorstand und das Kuratorium die konzeptionelle Ausrichtung der Pädagogik.

Die Stiftung hat bis 2023 Kurse für Montessori-Pädagogik abgehalten und beteiligt sich aktuell an der Durchführung solcher Kurse. Die in diesen Kursen vermittelte pädagogische Grundhaltung mit dem Ziel der Inklusion von Kindern mit Beeinträchtigungen sind in Büchern des Stifters ausgeführt. So wird in den Klappentexten ausgeführt:

„Gemeinsame Kindergärten und Schulen für gesunde und behinderte Kinder, kann das sinnvoll sein? Muss es nicht die Entwicklung der Gesunden hemmen, die Förderung der Behinderten beeinträchtigen? […] Das Münchner Montessori-Modell […] beweist: Die Gemeinsamkeit gesunder und behinderter Kinder in Kindergarten und Schule wirkt sich für beide Gruppen positiv aus.“

(„Unser Montessori Modell“, von Theodor Hellbrügge, erschienen bei Kindler, ISBN 3-463-00690-1)

 „Gerade die Montessori-Pädagogik eignet sich besonders zur Frühtherapie und Frühdiagnostik von behinderten Kindern, wenn sie, wie von den Herausgebern und ihren Mitarbeitern erprobt, auf deren frühe Eingliederung in Gruppen von gesunden Kindern hinarbeitet, statt sie in Sonderklassen zu etablieren.“

(„Die Montessori-Pädagogik und das behinderte Kind“ von Theodor Hellbrügge und Mario Montessori, erschienen im bei Kindler 1978, ISB 3-463-00716-9)

Der Grund, warum Theodor Hellbrügge sich eben für diese Pädagogik begeisterte, war ihre besondere Eignung, Kinder mit unterschiedlichsten Begabungen und Fähigkeiten parallel zu unterrichten und damit die Exklusion von Kindern mit Behinderungen durch deren getrennte Beschulung in Förderschulen zu überwinden.

Die Stiftung hält Inklusion für eine der großen Herausforderungen unserer Zeit und sieht ihre Arbeit auf diesem Gebiet als einen Dienst für eine demokratische Gesellschaft an. Sie ist davon überzeugt, dass die Grundzüge der Montessori-Pädagogik hier eine große Rolle spielen können.

Vor diesem Hintergrund plant die Stiftung die Fortführung Ihrer Aktivitäten auf dem Gebiet der Inklusionspädagogik und strebt hier eine enge Zusammenarbeit mit dem Montessori-Bundesverband Deutschland e.V. an.

Der Vorstand der Hellbrügge Stiftung, 12.03.2024